TSV Großmehring 1921 e.V.

Die Entstehungsgeschichte des TSV Großmehring e.V.

Schon in vorchristlicher Zeit hatten Griechen und Römer den hohen Wert der Leibesübungen erkannt. Wechselvoll entwickelte sich der Sport weiter mit Höhen- und Tiefpunkten, bis dann ab 1860 ein gewaltiger Aufschwung einsetzte, nicht zuletzt wegen der erstmals in der modernen Zeit ausgetragenen Olympischen Spiele im Jahre 1896. Diese Veranstaltung und Turnvater Jahns Aufruf zu Beginn des 19. Jahrhunderts, der mit seinen vier F's - frisch, fromm, fröhlich und frei - die Menschen zu körperlichen Übungen anregen wollte, führte zum Aufbau von Turn- und Sportvereinen überall in Deutschland.

Ungefähr im gleichen Zeitraum entstanden in Deutschland Fußballvereine, die aufbauend auf den "Cambridge-Regeln" von 1892, dieses Spiel, das in England bereits im 12. Jahrhundert urkundlich erwähnt worden war, populär machten.

1921

Wie in vielen ländlichen Gemeinden fanden sich auch in der Ortschaft Großmehring eine Reihe von jungen, sportbegeisterten Männern zusammen, um einen Verein ins Leben zu rufen, dessen Ziel die sportliche und körperliche Ertüchtigung der Mitglieder sein sollte. Am 2. März 1921 trafen sich acht schaffensfrohe und neuzeitlich eingestellte Turner im Gasthaus der Brauerei Lang, um einen Turnverein zu gründen. Ihre Namen waren:

  • Ludwig Lang
  • Johann Eichner
  • August Hutzel
  • Ludwig Probst
  • Hans Daubmeier
  • Anton Dorr
  • Lorenz Schiller
  • Josef Braun

Dieser Besprechung folgte wenige Tage später die Gründung des Turnvereins Großmehring, wozu sich noch folgende Turnbrüder eingefunden hatten:

  • Josef Kratzer
  • Peter Schneider
  • Martin Schmid
  • Franz Werle
  • Josef Oberbauer
  • Stefan Steinberger
  • Josef Delagera
  • Matthias Dunz
  • Josef Ernhofer
  • Johann Schlamp
  • Alois Hunner

An Pfingsten 1921 zeigte der TV Großmehring die zum Großteil von der Familie Lang gestiftete Standarte der Öffentlichkeit. Das erste Fahnenband war von den drei Schwestern des Hauses Schlamp gestiftet worden.

1. Vorstand: Johann Eichner
1. Turnwart: Ludwig Probst
Schriftführer: Lorenz Schiller
Säcklwart: Hans Daubmeier

Von 1921 bis 1931 wurde ausschließlich geturnt. Es standen nur selbst gebastelte Geräte zur Verfügung. Nicht zuletzt wegen der Turner baute die Brauerei Lang einen Saal, in dem die Sportler heimisch wurden. Die Gaststätte Lang wurde ihr Vereinsheim.

Es wurde eifrig geturnt. Der TV Großmehring beteiligte sich an sämtlichen Bezirks- und Gauturnfesten; oft mit großem Erfolg. Beim Turnfest am 21. Mai 1925 gewann Josef Oberbauer den abschließenden 5000m-Lauf, am 14. Juni des gleichen Jahres wurde Josef Kratzer auf dem TV-Platz in Ingolstadt Gaumeister im Stabhochsprung mit einer Höhe von 2,80 m. Am 14. Mai 1931 errang der TV Großmehring beim Staffellauf "Rund um Ingolstadt" einen beachtlichen 4. Platz. Maßgeblichen Anteil am Aufschwung des TV hatten zu der Zeit vor allem Josef Oberbauer, Josef Kratzer, Martin Schmid und Josef Delagera. Im Jahre 1932 kamen die Turner zum ersten Male in der Vereinsgeschichte auf den Gedanken, Fußball zu spielen. Eines der ersten Spiele wurde gegen den SV Manching mit 0:5 verloren. Im April 1932 war die Gründung einer Fußballabteilung aus finanziellen Gründen noch abgelehnt worden. Doch bereits im Juli 1932 nahm sich das aus Argentinien zurückgekehrte Ehrenmitglied Michael Schneider des Fußballspielens besonders an. Die Abteilung wurde gegründet und Freundschaftsspiele ausgetragen.

1932

Ab 4. September 1932 wurden Verbandsspiele ausgetragen. Es gab lauter saftige Niederlagen - gegen TV Kösching 3:8 und 0:11, Altmannstein 0:18 und 1:10 usw. Der erste Sieg gelang am 11. 12. 1932 mit 7:2 gegen Vohburg. Der Fußballsport war auf dem Vormarsch. Bis zum Jahre 1937 ging es mit dem Turnen leider stetig bergab, lediglich der Fußball rollte. Am 4. April wurde eine Versammlung über den Weiterbestand des Vereins einberufen. Die Anwesenden sprachen sich voll und ganz für eine Fortführung des TV Großmehring aus.

Im Jahre 1939 mussten viele Mitglieder in den Krieg. Jegliche Tätigkeit im Verein kam zum Erliegen.

1950

Vom Turnkameraden Ludwig Diepold wurde am 30. April 1950 eine Versammlung in der Gaststätte Delagera mit dem Ziel der Wiederbegründung des Vereins abgehalten. 24 Anwesende sprachen sich positiv für die Wiederbegründung des TV Großmehring aus. Folgende Mitglieder wurden in die Vorstandschaft gewählt:

1. Vorstand: Peter Schneider
2. Vorstand: Josef Braun
Kassier: Ludwig Diepold
Schriftführer: Albin Fuhrich
1. Turnwart: Josef Kratzer
2. Turnwart: Martin Schmid
Turnlehrer: Siegfried Fischer
Beisitzer: Heinz Ehret
  Andreas Schlamp

Als Vereinslokal bestimmte man wieder die Gaststätte Lang.

Die Gründung des FC Großmehring

Nicht nur bei den Mitgliedern des TV Großmehring wurde über eine Wiederbegründung des Sportvereins gesprochen. Bereits am 1. 2. 1946 trafen sich im Gasthaus der Brauerei Lang neun fußballbegeisterte Großmehringer. Es waren dies:

  • Fritz Paepke
  • Emmeran Stock
  • Lorenz Schmid
  • Hans Schneider
  • Johann Mirbeth
  • Ruprecht Besl
  • Franz Weiser
  • Anton Werner
  • Andreas Seidl

Sie gründeten einen reinen Fußballclub - den FC Großmehring.

Zunächst führte Fritz Paepke, dann Andreas Seidl als 1. Vorsitzender den Verein. Beide aber verzogen recht bald, so dass am 9. August 1947 nach geheimer Wahl folgende Leute die Vereinsführung in die Hände nahmen:

1. Vorstand: Lorenz Schmid
2. Vorstand: Anton Werner
Schriftführer Johann Mirbeth
Kassier: Hans Schneider
Beisitzer: Martin Müller
  Ruprecht Besl
Jugendleiter: Helmut Hegenbart
Spielführer: Franz Weiser
Vereinsdiener: Andreas Ertinger
Platzwart: Martin Humpel
Ballwart: Wendelin Schmid
Platzkassier: Sebastian Renetzeder

Im Spieljahr 1949/50 konnte der FC Großmehring mit 11:3 Punkten und 16:6 Toren in der C-Klasse Süd zwar den Herbstmeistertitel erringen, zum Aufstieg in die B-Klasse reichte es am Ende der Saison jedoch nicht. Am 20. 2. 1949 wurde von Mitgliedern des FC Großmehring nach 14 Jahren erstmals wieder der Schäfflertanz aufgeführt.

Der Zusammenschluss des TV und FC Großmehring zum TSV Großmehring

Zwei Sportvereine in einem kleinen Dorf wie Großmehring waren auf die Dauer nicht tragbar. Deshalb trafen sich am 20. Mai 1950 die Vorstandschaften des TV und des FC Großmehring in der Gastwirtschaft der Brauerei Lang, um über den Zusammenschluss beider Vereine zu diskutieren. Man war sich einig, und bereits am 26. Mai 1950 fanden sich 56 Mitglieder zu einer außerordentlichen Generalversammlung ein. Einer Zusammenlegung beider Vereine stand nichts mehr im Wege. Die Vorstandschaft des neuen Vereins, der in Zukunft Turn- und Sportverein Großmehring genannt wird, hatte folgendes Aussehen:

1. Vorstand: Michael Engelmeier
2. Vorstand: Josef Braun
Schriftführer Ludwig Diepold
Kassier: Heinz Schmid
Beisitzer: Peter Schneider
Spartenleiter für Turnen: Andreas Schlamp
  Josef Kratzer
Fußballabteilungsleiter: Heinz Ehret
Fußballtrainer: Siegfried Fischer
Jugendturnwart: Wilhelm Franz
Jugendleiter für Fußball: Helmut Hegenbart
Platzwart: Josef Hagbauer
Ballwart: Ludwig Häusler
Platzordner: Lorenz Schmid
  Martin Humpel
  Martin Schneider
  Johann Dorr
Vereinsdiener: Paul Schneider
  Michael Eckl

1951

Nicht nur der Fußball wurde von der neuen Vorstandschaft gefördert; die Turnwarte Kratzer, Fischer, Braun, Delagera, Oberbauer und Dorr setzten alles daran, um die Turnabteilung des TSV wieder zu früherem Glanz zu führen. Da der Saal der Brauerei Lang den Turnern verloren zugehen schien, einigte man sich 1951, unter nicht geringen Schwierigkeiten, in den Bierkeller der Brauerei Stark umzuziehen. Nach einem Brand konnte auch dieser Keller als Turnraum nicht mehr benutzt werden und das Turnen geriet immer mehr in den Hintergrund.

Ab 17. März 1960 wurde zwar unter Turnwart Otto Wer eine Riege der Sudetendeutschen Landsmannschaft aufgestellt, auch versuchten Wer, Gürtler, Bürgel, Hoyer und Ziel den Schülern und Jugendlichen in der Folgezeit das Turnen beizubringen, doch ein endgültiger Durchbruch wollte nicht mehr gelingen. In den sechziger Jahren mangelte es an Vorturnern und auch die Fertigstellung der Turnhalle der Volksschule 1965 wirkte sich kaum positiv aus. Es kam lediglich unter der Leitung von Frau Gerda Jerisch eine Frauenriege zustande, die in erster Linie Gymnastik und Ausgleich suchte.
Die Fußballabteilung hatte nach der Gründung des TSV im Jahre 1950 beachtliche Erfolge aufzuweisen. Unter Trainer Siegfried Fischer gelang im Spieljahr 1950/51 der Aufstieg in die B-Klasse und bereits ein Jahr später in die A-Klasse.

Die folgende Zeit wurde nur ab- und aufgestiegen. Unter mehreren Trainern - Knödl, Fischer, Lob, Spörer - versuchte der TSV nach Wiederabstieg in die B-Klasse seinen einstigen Glanz zu erreichen.

In der Saison 1968/69 gelang endlich unter Trainer Heinz Spörer nach sieben vergeblichen Jahren dieses Unternehmen.

Der Turn- und Sportverein 1921 e. V. ist in der Gemeinde Großmehring der größte Verein. Für Jung und Alt sind Möglichkeiten zur körperlichen und seelischen Betätigung geschaffen worden. Ausreichende hervorragende Sportanlagen sind die Grundlage für dieses Angebot. Nicht zuletzt der Gemeinde Großmehring ist es zu verdanken, dass diese Sportstätten auf dem modernsten Stand sind.
Die Fußballabteilung verfügt über zwei Sportplätze. Das Hauptspielfeld wurde unter Vorstand Heinz Ehret in den Jahren 1951/52 unter großem Arbeitsaufwand der Mitglieder auf die heutige Größe erweitert. Unermüdlich arbeiteten sie in den 50er und 60er Jahren, um aus dem ehemaligen "Bachgries“ das heutige Hauptspielfeld zu schaffen.

Unter Vorstand Siegfried Fischer entstand 1975 mit Zuschüssen der Gemeinde in Eigenarbeit das zweite Spielfeld als Trainingsplatz. Eine 8000 Watt starke Flutlichtanlage gewährleistet auch Spiele in den Abendstunden.

1976

Im Mai 1976 fanden die Einweihungsfeierlichkeiten für die neue Schulsportanlage statt. Die viergeteilte 100 m-Laufbahn, eine kombinierte Weit- und Hochsprunganlage, eine Kugelstoßanlage sowie ein Hartplatz mit moderner Scheinwerferanlage stehen auch den Leichtathleten des TSV zur Verfügung. Dieses Sportzentrum, das mitten in der Ortschaft zwischen Großmehring und Kleinmehring liegt, dürfte für einen geregelten Sportbetrieb für die nächsten Jahre ausreichen.

1978

Der Turn- und der Tischtennisabteilung steht seit 1965 die Schulturnhalle zur Verfügung. Besonders in den Wintermonaten war es aber trotzdem zeitlich unmöglich, sämtliche Turn- und Gymnastikgruppen sowie die Tischtennisler in der einfachen Halle unterzubringen. Es war wie eine Erlösung, als am 6. 9. 1978 die neue Zweifachsporthalle zur Benützung freigegeben wurde. Nun konnten die Termine der einzelnen Gruppen freizügiger geplant werden.

Neue Sportarten wie Volleyball, Basketball, Mutter- und Kindturnen, die Benützung des Fitnessraumes fanden Freunde und konnten in das Repertoire des TSV aufgenommen werden. Auch für die Skifahrer ergab die neue Halle eine sehr gute Trockentrainingsmöglichkeit. Durch diese Möglichkeiten setzte eine wahre Mitgliederexplosion im Verein ein.

Um den Stockschützen auch im Sommer ihren Sport zu ermöglichen, übergab die Gemeinde 1978 die Asphaltbahnen ihrer Bestimmung.

Mit der Fertigstellung der Nibelungenhalle als Kultur- und Mehrzweckhalle, die auch für sportliche Übungsabende und Veranstaltungen genutzt werden kann, stehen dem TSV weitere Räumlichkeiten zur Verfügung. Die Tennis- und Stockschützenabteilung finden hier für die Zukunft ihr zu Hause.

Die Vorstandschaft des TSV ist der Gemeinde für die Erstellung dieser Hallen und Sportanlagen zu besonderem Dank verpflichtet.

1981

Beim 60jährigen Gründungsfest im Jahre 1981 wurde der Stolz des Vereins, unsere Fahne, geweiht.

1983

Das 1961 erstellte erste Vereinsheim des TSV entsprach trotz mehrerer Umbauarbeiten in den 70er Jahren nicht mehr den Anforderungen. Nach zweijähriger Bauzeit konnte am 26.11.1983 unser jetziges Sportheim seiner Bestimmung übergeben werden. Nur mit enormen Arbeitsleistungen der Mitglieder und großzügigem Zuschuss der Kommune war es möglich dieses Heim zu erbauen.

1996 - 1998

Im Jahr 1996 konnte das 75 jährige Vereinsjubiläum begangen werden.

Im Frühjahr 1998 übernahm der Verein von der Gemeinde die Tennisplätze als Pachtobjekt. Seit dem Jahr 2000 ist der Verein als Pächter für die Sportanlagen mit den beiden Fußballfeldern voll verantwortlich.

2000 - 2001

Ein baulicher Kraftakt in den Jahren 2000/2001 war der Umbau des alten Vereinsheimes mit Überdachung des Vorplatzes. Durch diese Maßnahme konnten Engpässe im sanitären Bereich beseitigt werden. Die optische Gestaltung wertet das Gesamtbild der TSV Sportanlage enorm auf.

Im Jahr 2001 konnte das 80 jährige Vereinsjubiläum begangen werden.

Im Jahr 2001 wurde dem TSV Großmehring die „Silberne Raute“ ein Gütesiegel des Bayerischen Fußballverbandes verliehen.

2010 - 2012

Im Jahr 2010 wurde eine Sitzplatztribüne am Sportplatz erbaut. Zudem wurden die Rahmenbedingungen geschaffen, um den TSV-Sponsoren eine Bandenwerbung am Sportplatz zu ermöglichen.

Im Zeitraum 27.06.2011 bis 03.07.2011 wurde im Rahmen einer Festwoche das 90 jährige Gründungsfest begangen.

Am 14. September 2012 wurde unter dem Dach des TSV eine Karate - Abteilung gegründet.

Ebenso wurde dem TSV im Jahr 2012 erneut die „Silberne Raute“ ein Gütesiegel des Bayerischen Fußballverbandes verliehen.

Die Vereinsvorstände seit 1921

TV Großmehring 
Eichner Johann 1921-1925
Daubmeier Hans 1925-1929
Schneider Peter 1929-1931
Braun Josef 1931-1933
Schneider Michael 1933-1937
Schmid Martin 1937 bis Kriegsbeginn
Schneider Peter 1950
FC Großmehring
Paepke Fritz 1946
Seidl Andreas 1947
Schmid Lorenz 1948
Werner Anton 1949
Franz Wilhelm 1950
TSV Großmehring
Engelmeier Michael 1950-1951
Ehret Heinz 1951-1952
Braun Josef 1952-1954
Schredl Johann 1954-1960
Schwarz Fritz 1960-1962
Mirbeth Johann 1962-1972
Fischer Siegfried 1972-Januar 1990
Scherübl Manfred 1990 - März 2012
Diedrich Werner seit April 2012